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Übersicht über den Fisch des Jahres

2026

Der Europäische Wels ist „Fisch des Jahres 2026“

Berlin, 05.11.2025 - Der Europäische Wels (Silurus glanis) ist Fisch des Jahres 2026. Mit dieser Wahl machen der Deutsche Angelfischerverband e.V. (DAFV), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Gesellschaft für Ichthyologie e.V. (GfI) auf eine faszinierende und nicht zuletzt aufgrund ihrer Größe besondere Fischart aufmerksam.

Der Europäische Wels ist mit Längen von bis zu 3 m der größte einheimische Süßwasserfisch. Mit einem Gewicht von bis zu 150 kg kann er beeindruckende Dimensionen erreichen. Als wärmeliebende Art profitiert er derzeit erheblich von den steigenden Temperaturen infolge des Klimawandels.

Dort wo der Wels ursprünglich verbreitet ist, spielt er eine wichtige Rolle im aquatischen Ökosystem, da er Fischbestände reguliert und durch das Fressen von Aas und kranken Fischen zur Gewässergesundheit beiträgt. Gleichzeitig können seine enorme Größe und sein damit verbundener Nahrungsbedarf erhebliche Auswirkungen auf den Fischbestand haben.

Auch wenn der Wels nach der bundesweiten Roten Liste der Süßwasserfische und Neunaugen als ungefährdet gilt, steht seine Ernennung zum Fisch des Jahres stellvertretend für die Bedeutung artenreicher und intakter Gewässerökosysteme, sowie der Bedeutung einer sachlichen Auseinandersetzung mit dieser heimischen Art. In den Medien wird der Wels häufig als gefährlicher Räuber dargestellt und erregt jedes Jahr aufs Neue großes öffentliches Interesse. Der Wels zeigt exemplarisch, wie anpassungsfähig und ökologisch bedeutsam Fischarten in unseren Gewässern sein können.

Europäischer Wels (Silurus glanis), Illustration: DAFV, Eric Otten

Merkmale und Verhalten

Der Europäische Wels besitzt einen langgestreckten, walzenförmigen Körper mit einer schleimigen, schuppenlosen Haut. In diese ist ein komplexes System von Elektrorezeptoren eingebettet, dessen Funktion bislang nicht vollständig erforscht ist. Charakteristisch für die Art sind die stark reduzierte Rückenflosse sowie das Fehlen einer Fettflosse, wie sie bei vielen der weltweit rund 4000 Welsarten vorkommt.

Der große, breite Kopf und das oberständige Maul sind typische Merkmale des Europäischen Welses. Feine Bürstenzähne im Kieferbereich ermöglichen ein sicheres Festhalten der Beute. Zur Orientierung im oft trüben Wasser nutzt der Wels seine sechs Barteln, zwei längere am Oberkiefer und vier kürzere am Unterkiefer. Diese empfindlichen Tastorgane spielen eine wichtige Rolle bei der Wahrnehmung von Beute und Artgenossen. Die vergleichsweise kleinen Augen sind von geringerer Bedeutung, da sich der Wels vor allem auf Tast- und Geruchssinn stützt. Die lange Afterflosse, die nahezu bis zur Schwanzflosse reicht, ermöglicht dem Wels ruhige und kraftvolle Schwimmbewegungen. In seiner Färbung zeigt sich der Europäische Wels meist dunkel, häufig braun bis schwarz marmoriert, während der Bauch heller erscheint.

Welse nutzen niederfrequente Töne bis in den Infraschallbereich bei der Nahrungssuche. Darüber hinaus zeigen Welse ein ausgeprägtes Sozialverhalten, das durch intensiven Körper-, Kopf- und Bartelkontakt sowie durch tieffrequente Lautäußerungen gekennzeichnet ist. Es wird angenommen, dass diese Laute der innerartlichen Kommunikation dienen.

Nahrung

Als opportunistischer Räuber verfügt der Europäische Wels über ein breites Nahrungsspektrum. Er ernährt sich überwiegend von Fischen, nimmt aber auch Insekten, Würmer, Krebse, Schnecken und Frösche auf. Gelegentlich erbeuten größere Exemplare kleine Wasservögel oder Säugetiere.

Ursprüngliche und gebietsfremde Verbreitung

Der Europäische Wels zählt ursprünglich zu den typischen Fischarten des Donau- und Rheinsystems. In Bayern war er vor allem in der Donau sowie in deren Nebenflüssen wie Isar, Inn, Lech, Naab und Altmühl verbreitet. Auch im Südwesten Deutschlands, konkret am Oberrhein und in angrenzenden Altrheinen, ist er natürlicherweise heimisch.

Durch menschliche Eingriffe wie Besatzmaßnahmen seit dem 19. Jahrhundert sowie durch künstliche Kanalverbindungen wie den Main-Donau-Kanal hat sich der Wels in deutschen Gewässern stark ausgebreitet. Heute ist er auch in Regionen präsent, in denen er ursprünglich nicht vorkam. Dazu zählen unter anderem das Elbe- und Oder-Einzugsgebiet, norddeutsche Flüsse und Seen in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie zahlreiche Baggerseen, Stauseen und Teiche, die aktiv mit Welsen besetzt wurden.

Menschliche Einflüsse und Managementmaßnahmen

Die heutigen Hauptvorkommen des Europäischen Welses in West- und Südeuropa sind größtenteils auf gezielte menschliche Eingriffe zurückzuführen, darunter teils auch illegale Besatzmaßnahmen. Dadurch wurden die natürlichen Lebensgemeinschaften vielerorts erheblich gestört, da der Wels als großer Prädator heimische Fischarten verdrängen und das ökologische Gleichgewicht nachhaltig beeinflussen kann. Darüber hinaus stellt die zunehmende Präsenz von Welsen ein Problem für Meerneunaugen und wandernde Fischarten wie Lachse, Meerforellen und Maifische dar. Besonders an Wehranlagen, Querverbauungen und Fischtreppen sind sie häufig anzutreffen.

Größter einheimischer Süßwasser-Raubfisch Europas (bis 3 m Länge, 150 kg Gewicht)

Profitiert als wärmeliebende Art vom Klimawandel

Vorkommen außerhalb des ursprünglichen Verbreitungsgebietes durch menschliches Eingreifen

Beeinträchtigung von Lebensgemeinschaften außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes

· Welse nutzen Fischansammlungen unterhalb von menschgemachten Querbauwerken in Fließgewässern zur Jagd

Infobox: Fisch des Jahres

Seit 1991 wird in Deutschland der „Fisch des Jahres“ durch die organisierte Anglerschaft ausgezeichnet. Die Auswahl und Bekanntgabe erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Gesellschaft für Ichthyologie e.V. (GfI). Mit dieser gemeinsamen Initiative machen die Partner auf die Gefährdung einzelner Fischarten sowie auf die ökologischen Herausforderungen in unseren Gewässern aufmerksam.

Für die Wahl spielen verschiedene Kriterien eine zentrale Rolle, darunter die Naturschutzrelevanz, das Vorkommen in deutschen Gewässern, die Bekanntheit der Art und ihre symbolische Bedeutung für bestimmte Lebensräume. Darüber hinaus soll der jeweilige „Fisch des Jahres“ auf Probleme wie Gewässerverschmutzung, Flussverbauungen oder den Klimawandel hinweisen.

Der „Fisch des Jahres“ wird seit 2023 in einer öffentlichen Online-Abstimmung gewählt. Unter den 13.182 gültigen Stimmen ging für 2026 der Europäische Wels als Sieger hervor. Die Ergebnisse der Abstimmung waren wie folgt: Europäischer Wels: 56,05%, Quappe: 31,00%, Hundshai: 12,95%.

Bildnachweis:

Abbildung 1: [Illustration Europäischer Wels, Illustration: DAFV, Eric Otten, zur Verwendung in Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung bei Quellenangabe gestattet]

Abbildung 2: [Foto Der Wels, Europas größter Süßwasserfisch, Foto: Marcel Panne, https://metalimnion.com/, zur Verwendung in Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung bei Quellenangabe gestattet]

Bildmaterial zum Download:

https://cloud.dafv.fish/index.php/s/kpf4Mdd9GT5JEeg

Rote Liste der Süßwasserfische:

hps://www.rote-liste-zentrum.de/de/Download-Wirbeltiere-1874.htmlt

Meldung im Web:

https://dafv.de/projekte/fisch-des-jahres/der-europaeische-wels-ist-fisch-des-jahres-2026

Pressekontakt:

DAFV, Olaf Lindner E-Mail: o.lindner@dafv.de Web: www.dafv.de Mobil: +49 176 30063811

BfN, Ruth Birkhölzer E-Mail: Ruth.Birkhoelzer@BfN.de Web: https://www.bfn.de/

GfI, Heiko Brunken E-Mail: heiko.brunken@hs-bremen.de Web: https://www.ichthyologie.de/

Der Deutsche Angelfischerverband e.V. (DAFV)

Der Deutsche Angelfischerverband e.V. besteht aus 24 Landes- und Spezialverbänden mit ca. 9.000 Vereinen, in denen mehr als 500.000 Mitglieder organisiert sind. Der DAFV ist der Dachverband der Angelfischer in Deutschland. Er ist gemeinnützig und anerkannter Naturschutz- und Umweltverband. Der Sitz des Verbandes ist Berlin. Er ist im Vereinsregister unter der Nummer 32480 B beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingetragen und arbeitet auf Grundlage seiner Satzung.

Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält.

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Der DAFV ist Mitglied der European Anglers Alliance (EAA)

Deutscher Angelfischerverband e.V. · Reinhardtstraße 14 · 10117 Berlin · Tel. +49 30 97104379

Vorsitzender: Klaus-Dieter Mau · Eingetragen im Vereinsregister Berlin VR 34047 B

2025

Der Europäische Aal ist „Fisch des Jahres 2025“
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Der Lebenszyklus des Europäischen Aals. Bild: cc by nc nd by Benjamin Stein (FeineFauna)

Auf der Wanderung Richtung Sargassosee, ein großes Meeresgebiet nördlich der Karibik, wandern sie nicht nur horizontal durch den Atlantik, sondern auch vertikal. Vermutlich um sich vor Fressfeinden zu schützen, tauchen sie tagsüber auf Tiefen von über 1000 Meter ab.

Nach der Paarung in der Sargassosee schlüpfen die Larven, welche mit Unterstützung des Golfstroms als sogenannte Weidenblattlarven an die Küsten zwischen Nordafrika und Nordnorwegen zurückwandern. Noch vor dem Aufstieg in die Flüsse des Festlands entwickeln sie sich zu sogenannten Glasaalen. Der Form nach sehen sie jetzt schon aus wie erwachsene Aale; allerdings sind sie noch vollkommen durchsichtig. Mit Eintritt ins küstennahe Brackwasser beginnen sie sich dunkel zu färben. Mit fortschreitendem Alter wachsen sie heran und die Körperfärbung reicht von gelb-grün bis grau (Gelbaal), bevor sie dann als Blankaale die Reise zurück in die Sargassosee antreten.
Als Generalisten können Aale fast alle Lebensräume besiedeln, vom klaren Bergsee bis zum trüben Tieflandfluss. Sie dienen aber auch als Nahrungsquelle für Fressfeinde wie Fischotter und Kormorane im Binnenland oder Wale und Haie auf ihren Wanderungen im Atlantik.

Sozioökonomische Bedeutung

Der Europäische Aal hat aber auch eine große kulturelle und sozioökonomische Bedeutung. Nach Angaben des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) ist der Bestand stark zurückgegangen. Deshalb ist er die einzige Fischart in Europa, für die es eine eigene EU-Verordnung gibt. Um den Bestand zu stützen und wieder aufzubauen, werden im Rahmen der Verordnung umfangreiche Besatzmaßnahmen durchgeführt.

Die Fangmöglichkeiten wurden in den letzten Jahren immer weiter eingeschränkt. Dennoch ist er nach wie vor ein beliebter Angelfisch und immer noch eine wichtige Einkommensquelle für die Binnen- und Küstenfischerei.

1. Langstreckenwanderer der zweimal in seinem Leben den Atlantik durchquert

2. Bestand ist durch Gewässerverbauung und Lebensraumverluste bedroht

3. Einst der häufigste Süßwasserfisch in Europa

4. Ein beliebter Angel- und Speisefisch

Eines der größten Wildtierverbrechen weltweit

Der internationale Handel mit Europäischen Aalen ist durch die Listung im Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) stark eingeschränkt und der Handel über die europäische Außengrenze (Import und Export) ist seit 2010 gänzlich verboten.

Weltweit sind die drei nördlichen Anguilla-Arten, Europäischer, Japanischer und Amerikanischer Aal (insgesamt gibt es 19 Arten und Unterarten) ein beliebter Speisefisch. Aufgrund ihres komplexen Lebenszyklus können Aale noch nicht kommerziell in Gefangenschaft gezüchtet werden. Daher wurde jeder Aal aus Aquakultur ursprünglich als Glasaal gefangen.

Aufgrund der hohen Nachfrage für die asiatische Aquakultur hat sich daraus ein äußerst lukrativer Schmuggel von lebenden Glasaalen nach Asien entwickelt. Europol und Interpol bezeichnen den Aalschmuggel als eines der größten Wildtierverbrechen weltweit. Nach Angaben der Behörden werden jährlich schätzungsweise 300 Millionen Aale illegal exportiert, der Schaden wird auf 3 Milliarden Euro geschätzt.

Der Deutsche Angelfischerverband unterstützt als einziger deutscher Umweltverband aktiv internationale Strafverfolgungs- und Artenschutzbehörden bei ihren Bemühungen, den illegalen Export zu unterbinden.

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Europäischer Aal (Anguilla anguilla). Quelle: DAFV, Eric Otten

Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Angelfischerverbandes e.V. (DAFV),des Verbandes Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST) und der Gesellschaft für Ichthyologie e.V. (GfI)

Berlin, 04.11.2024. Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) ist ein faszinierender Bewohner unserer Küsten- und Binnengewässer. Interessant ist der Aal wegen seines komplexen Lebenszyklus, der ihn aber auch besonders empfindlich gegenüber Störungen macht. Der Europäische Aal machte einst etwa die Hälfte der Fischbiomasse in den europäischen Binnengewässern aus. Die Kanäle der norddeutschen Marschen waren damals so reich an Jungaalen, dass die Bauern sie als Dünger auf die Felder schaufelten oder sogar an ihre Hühner verfütterten. Neben anderen, werden als Ursachen für den starken Bestandsrückgang Lebensraumverlust, Wanderhindernisse und die Folgen des Klimawandels vermutet. Zahlreiche Querbauwerke erschweren heute die Zu- und Abwanderung der Aale in ihre angestammten Lebensräume in den deutschen Gewässern.

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Aale besiedeln als Generalisten vielfältige Lebensräume, vom klaren Bergsee bis zum trüben Tieflandfluss. Quelle: Sune Rii Sørensen

Verbreitung, Merkmale und Fortpflanzung

Der Aal hat einen schlangenförmigen Körperbau, bei dem Rücken-, Schwanz- und Afterflosse zu einem umlaufenden Saum zusammengewachsen sind. Bauchflossen fehlen ganz. Die weiblichen Aale werden mit bis zu anderthalb Metern Länge deutlich größer als die Männchen, die maximal 60 cm erreichen. Es gibt zwei Typen der Ernährungsweise, die sich über die Maulform differenzieren lassen, den Spitzkopfaal, der sich überwiegend von Kleinlebewesen wie Krebsen, Würmern und Schnecken ernährt und den Breitkopfaal, der überwiegend Fischnahrung aufnimmt.
Den Großteil ihres Lebens verbringen viele Aal in unseren Binnengewässern. Nach mehreren Jahren Aufenthalt in den Binnengewässern wandern die Aale wieder in Richtung Meer, wobei sich ihr Körperbau in Anpassung an die marinen Verhältnisse verändert. Die Augen werden größer, der Rücken färbt sich dunkel und die Bauchseite silbrig weiß (Blankaal).

Infobox: Fisch des Jahres

Der Deutsche Angelfischerverband e.V. (DAFV),das Bundesamtes für Naturschutz (BfN), der Verband Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST) und die Gesellschaft für Ichthyologie e.V. (GfI) küren in Deutschland jedes Jahr den „Fisch des Jahres“. Der „Fisch des Jahres“ ist eine Auszeichnung, die in verschiedenen Ländern vergeben wird, um auf bedrohte Fischarten und deren Lebensräume aufmerksam zu machen. In Deutschland beispielsweise wird seit 2003 jedes Jahr eine bestimmte Art gewählt, um auf deren ökologische Bedeutung und den Schutzbedarf hinzuweisen. Jeder Projektpartner schlägt für die Wahl eine Fischart vor. Seit dem Jahr 2023 wird der Fisch des Jahres in einer öffentlichen Onlineabstimmung unter den vier Kandidaten gewählt.

2025 wurde der „Fisch des Jahres“ erneut in einer öffentlichen Online-Abstimmung gewählt. Unter den 5962 gültigen Stimmen ging am Ende der Europäische Aal als Sieger hervor. Die Ergebnisse der Abstimmung waren wie folgt: Europäischer Aal: 56,27%, Europäischer Schlammpeitzger: 18,65%, Scholle: 17,04%, Nagelrochen: 8,03%.

Bildnachweis:

Abbildung 1: [Illustration Europäischer Aal, gezeichnet von Eric Otten; © Deutscher Angelfischerverband, zur Verwendung in Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung bei Quellenangabe gestattet]

Abbildung 2: [Foto Aale unter Wasser, Bild: Sune Rii Sørensen, zur Verwendung in Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung bei Quellenangabe gestattet]

Abbildung 3: [Der Lebenszyklus des Europäischen Aals. Bild: cc by nc nd by Benjamin Stein (FeineFauna), zur Verwendung in Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung bei Quellenangabe gestattet]

Link zum Europäischen Aal im GfI-Fischartenatlas: https://biodiv-atlas.de/fische/#!/species/40056/details

Kontakt:

DAFV, Olaf Lindner E-Mail: o.lindner@dafv.de Web: www.dafv.de Telefon: 017630063811

BfN, Dr. Sören Dürr E-Mail: soeren.duerr@bfn.de Web: https://www.bfn.de/

VDST, Natasha Heinemann E-Mail: natascha.heinemann@vdst.de Web: https://www.vdst.de/

GfI, Heiko Brunken E-Mail: heiko.brunken@hs-bremen.de Web: https://www.ichthyologie.de/

2024

Der Dorsch ist „Fisch des Jahres 2024“
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Atlantischer Dorsch (Gadus morhua). Quelle: DAFV, Eric Otten

Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Angelfischerverbandes e.V. (DAFV), des Verbandes Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST) und der Gesellschaft für Ichthyologie e.V. (GfI)

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Berlin, 14.11.2023. Der Dorsch (Gadus morhua) ist einer der bekanntesten Bewohner unserer Küstengewässer und Meere. In der Ostsee als Dorsch bezeichnet, wird er im gesamten Nordseeraum bis in den nördlichen Pazifik vielfach auch Kabeljau genannt.
Er erreicht eine durchschnittliche Größ
e von ca. 100 cm, kann aber auch bis zu 160 cm groß, über 40 kg schwer und bis zu 25 Jahre alt werden.
Dorsche sind gefräßige Räuber, deren Nahrung vor allem aus anderen Fischen, Krebstieren, Muscheln und Würmern besteht. Sie dienen aber auch als Nahrungsquelle fü
r andere Prädatoren wie Schweinswale, Robben oder Kormorane.
Als sogenannter Brotfisch war der Dorsch entlang der Ostseeküste Nahrungsquelle und Erwerbsgrundlage gleichermaßen. Heute sind diese Bestä
nde durch den Klimawandel, Nährstoffeinträge und Überfischung bedrohlich zurückgegangen.

Aus Sicht der Wissenschaft sind die wesentlichen Faktoren
für eine zukünftige Erholung der Dorschbestände die Reduzierung von Nährstoffeinträgen und Schadstoffen, Lebensraumaufwertungen und dem Schutz der Dorsche vor übermäßigen Fressfeinden.

  • Einer der ehemals häufigsten Fische der Ostsee und des Nordatlantiks

  • Große wirtschaftliche, kulturelle und politische Bedeutung

  • Einer der beliebtesten Speisefische

  • Bestand durch Klimawandel, Lebensraumverluste und Überfischung in Teilen bedroht

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Dorsche waren früher in der Ostsee weit verbreitet und ein beliebter Speisefisch. Heute gelten die Bestände als gefährdet. Bild VDST, Matthias Schwarz

Zum ersten Mal wurde der „Fisch des Jahres 2024“ in einer öffentlichen Online-Abstimmung gewählt. Unter den 8.052 gültigen Stimmen ging am Ende in einem Kopf-an-Kopf Rennen der Dorsch mit knapper Mehrheit als Sieger hervor. Die Ergebnisse der Abstimmung waren wie folgt: Dorsch: 29,35%, Rapfen: 28,87%, Nagelrochen: 25,58%, Elritze: 16,19%.
In Nordeuropa und Nordamerika gilt der Dorsch als eine der wichtigsten kommerziell genutzten Fischarten mit einer langen Geschichte in der menschlichen Kultur und Fischereiwirtschaft. Obwohl der Dorsch
zu den fruchtbarsten Fischen auf der Erde zählt und ein 15 kg schweres Weibchen bis zu 7,5 Millionen Eier mit einem Durchmesser von etwa
1,5 mm ablaicht, ist der Populationszustand des beliebten Speisefisches in der Ostsee besorgniserregend. Lebensraumverluste, Klimaveränderungen und Überfischung in der Vergangenheit haben zu einem drastischen Rückgang der Population weltweit geführt. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) stuft den atlantischen Dorsch in der Ostsee derzeit als gefährdet ein und warnt ausdrücklich vor einer weiteren Dezimierung dieser ökologisch und ökonomisch wichtigen Fischart.
Eine
mögliche Überfischung der Dorschbestände gehört zumindest in der Ostsee der Vergangenheit an. Die Fangmengen wurden stetig gesenkt. Lag die erlaubte Fangmenge im Jahr 2023 für die westliche Ostsee noch bei 489 t, wird der kommerzielle Fang im Jahr 2024 praktisch eingestellt. Die Freizeitfischerei beachtet seit 2017 ebenfalls maximale Tagesfangentnahmen und Schonzeiten. Im Jahr 2024 wird auch die Freizeitfischerei auf den Dorsch in der Ostsee eingestellt.

Bildnachweis:

Abbildung 1: [Illustration Atlantischer Dorsch, gezeichnet von Eric Otten; © Deutscher Angelfischerverband, zur Verwendung in Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung bei Quellenangabe gestattet]

Abbildung 2: [Dorsch in der Ostsee; © VDST Matthias Schwarz, zur Verwendung in Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung bei Quellenangabe gestattet]

Link zum Dorsch im GfI-Fischartenatlas

Kontakt:

DAFV, Olaf Lindner E-Mail: o.lindner@dafv.de Web: www.dafv.de

VDST, Natasha Heinemann E-Mail: natascha.heinemann@vdst.de Web: https://www.vdst.de/

GfI, Heiko Brunken E-Mail: heiko.brunken@hs-bremen.de Web: https://www.ichthyologie.de/

2023

Der Flussbarsch (Perca fluviatilis) wird Fisch des Jahres 2023
DAFV - Flussbarsch - Perca fluviatilis © DAFV, Eric Otten

Flussbarsch (Perca fluviatilis). Quelle: DAFV, Eric Otten

Berlin 10.11.2022. Der Flussbarsch wurde vom Deutschen Angelfischerverband e.V. gemeinsam mit dem Verband Deutscher Sporttaucher e.V. und der Gesellschaft für Ichthyologie e.V. zum Fisch des Jahres 2023 gewählt.
Der Flussbarsch ist eine in Fließ- und Stillgewässern in Eurasien weit verbreitete Art, die nur geringe Ansprüche an die Struktur und Qualität ihrer Umgebung stellt. Barsche besiedeln daher auch schnell neu entstandene Gewässer wie Baggerseen oder Tagebaurestlöcher. Der Flussbarsch ist einer der farbenfroheren Fischarten in unseren Gewässern. Eine gelblich-grüne Grundfärbung mit schwarzen Querbinden, zwei Rückenflossen, von denen die erste stachelig ist und am Ende einen schwarzen Fleck hat, kennzeichnen die Art. Die restlichen Flossen sind rot. Als Jungfisch sind Barsche oft im Schwarm unterwegs, später werden große Exemplare Einzelgänger. Ihre Eier legen Barsche zwischen März und Juni an Pflanzen in langen Laichbändern ab.
Die Larven wachsen rasch und nehmen Zooplankton als Nahrung auf. Im Durchschnitt stellen Barsche bei einer Körperlänge von 12 cm ihre Nahrungspräferenz auf Fische um. Interessanterweise nehmen manche Barsche sehr schnell Fischlarven als Nahrung an. Diese eiweißreiche Kost sorgt für ein schnelleres Wachstum, sodass es deutliche Größenunterschiede bei gleichaltrigen Individuen im Gewässer geben kann. Barsche können bis zu 60 cm lang und 4,8 kg schwer werden. Exemplare von mehr als 40 cm gelten aber als groß, solche über 50 cm sind sehr selten.
Barsche haben eine große Bedeutung bei der Regulation der Nahrungskette in Gewässern. Bei einem guten Nahrungsangebot stellen sie schnell auf Fischnahrung um und dezimieren die Weißfischbrut. Ist das Angebot an Nährtieren gering, neigt auch der Barsch zur Kleinwüchsigkeit. Barsche ziehen in ihrem Lebensraum umher und sind nicht standorttreu. Sie jagen oft im Schwarm. Aufgrund ihrer geringen Ansprüche an ihren Lebensraum besiedeln Barsche schnell neu entstandene anthropogene Gewässer wie z.B. Baggerseen. Auch in den großen Schifffahrtskanälen stellen Barsche oft einen Großteil der Fischbiomasse.
Stellvertretend steht der Flussbarsch für die allgemeine Gefährdung unserer Fischfauna, was zunehmend auch die häufigeren Arten betrifft. Die extremen Dürreperioden der letzten Jahre haben viele kleinere Bäche und Teiche austrocknen lassen, Phasen mit viel zu hohen Wassertemperaturen und dadurch bedingten Sauerstoffmangel werden häufiger. Insbesondere über die Dokumentation des Vorkommens häufiger und auch von Laien gut bestimmbaren Arten wie dem Flussbarsch können wichtige Daten zum Biodiversitätswandel erhoben werden.
Flussbarsche sind aufgrund ihres grätenarmen, festen Fleisches beliebt als Speisefisch und haben eine große Bedeutung als Zielfisch in der Angelfischerei. Sie lassen sich auch von der beruflichen Binnenfischerei gut vermarkten. Die meisten Angler schätzen die Art und verwerten gefangene Fische. Da die nachgefragten Mengen an Flussbarschen von der Fischerei kaum zur Verfügung gestellt werden können, wird er seit einigen Jahren vor allem in Osteuropa auch in Aquakulturbetrieben produziert. Die Mengen steigen, sind aber noch verhältnismäßig klein. Durch seine ausgedehnte Verbreitung steht der Barsch wie kaum eine andere Art für die Möglichkeit des Verzehrs heimischer Süßwasserfische aus lokalen Gewässern.

DAFV - Flussbarsch - Perca fluviatilis © DAFV, Olaf Lindner

Flussbarsch (Perca fluviatilis). Quelle: DAFV, Olaf Lindner

  • Weit verbreitete Art mit großer Anpassung an strukturarme Gewässer

  • Beliebter Speise- und Angelfisch

  • Stellvertretende Monitoring-Art für die klimabedingte Änderung unserer aquatischen Fauna

Historisch betrachtet hat der Flussbarsch Bedeutung für die Entstehung von fischereirechtlichen Regelungen. Am Bodensee fiel Ende des 18. Jahrhunderts auf, dass die Bestände der Barsche stark abgenommen hatten, was unter anderem darauf zurückgeführt wurde, dass zu viele Jungfische gefangen und als so genannter „Hürling“ auf den Märkten verkauft wurde. Um die Bestände zu schonen, wurden im Rahmen der „Bregenzer Übereinkunft“ von 1893 Schonzeiten und Schonmaße für einzelne Fischarten festgesetzt. Die Bregenzer Übereinkunft ist der älteste bekannte internationale Fischerei-Vertrag, der heute noch gültig ist.

Der DEUTSCHE ANGELFISCHERVERBAND e.V. (DAFV)

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Der Deutsche Angelfischerverband e.V. besteht aus 24 Landes- und Spezialverbänden mit ca. 9.000 Vereinen, in denen mehr als 500.000 Mitglieder organisiert sind. Der DAFV ist der Dachverband der Angelfischer in Deutschland. Er ist gemeinnützig und anerkannter Naturschutz- und Umweltverband. Der Sitz des Verbandes ist Berlin. Er ist im Vereinsregister unter der Nummer 32480 B beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingetragen und arbeitet auf Grundlage seiner Satzung.

Kontakt:

Olaf Lindner, Tel: 030 97104379 • Web: www.dafv.de

Text: © DEUTSCHER ANGELFISCHERVERBAND e.V. 2022

2021 und 2022

Der Hering (Clupea harengus) bleibt auch im Jahr 2022 Fisch des Jahres

Der Hering (Clupea harengus) wird Fisch des Jahres 2021

Fisch des Jahres 2021 - Der atlantische Hering (Clupea harengus) Abbildung DAFV, Eric Otten

Fisch des Jahres 2021 - Der atlantische Hering (Clupea harengus) Abbildung: DAFV, Eric Otten

  • Einer der häufigsten Fische weltweit – Bestand in der Ostsee in Gefahr

  • Art mit zentraler Rolle im marinen Ökosystem

  • Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST)

Bonn/Berlin, 01. Dezember 2020: Der Hering ist Fisch des Jahres 2021. Gewählt wurde er gemeinsam vom Deutschen Angelfischerverband (DAFV) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Abstimmung mit dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST). Der Hering ist eine häufige und weit verbreitete Fischart, von der die kommerzielle Fischerei jährlich bis zu hunderttauend Tonnen fängt. Mit der Wahl zum Fisch des Jahres sollen der Hering und seine Gefährdung, aber auch die bedrohte biologische Vielfalt im Meer verstärkt Aufmerksamkeit erhalten.
„Der Atlantische Hering spielt in den Ökosystemen unserer Meere, ob in Nord- und Ostsee oder im Nordatlantik, eine entscheidende Rolle: Er stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen verschiedenen Ebenen des Nahrungsnetzes dar und dient zum Beispiel als Nahrungsgrundlage für Dorsche, Robben und Schweinswale“, erklärt BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel. „Der Erhalt der Heringsbestände ist eine wichtige Grundlage, um die biologische Vielfalt der Meere mit ihrer besonderen Tier- und Pflanzenwelt zu bewahren. Die Fangmengen der kommerziellen Fischerei und der Freizeitfischerei müssen sich daher an wissenschaftlichen Empfehlungen orientieren, um eine ökonomisch und ökologisch nachhaltige Nutzung des Heringsbestandes zu ermöglichen. Weitere zentrale Bausteine zur Erholung der Heringsbestände sind die Reduzierung der Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft und des klimawandelbedingten Anstiegs der Meerestemperatur.“
Kaum eine andere Fischart hat eine so große wirtschaftliche Bedeutung wie der Hering – und dies schon seit mehr als 1000 Jahren, als die Möglichkeit der Konservierung von Heringen durch Salz entdeckt worden war. Im Jahr 2018 wurden in der kommerziellen Fischerei in Deutschland 69.000 Tonnen Heringe angelandet, 52.000 Tonnen davon wurden außerhalb deutscher Hoheitsgewässer gefangen. Der Marktanteil von Hering und Heringsprodukten liegt aktuell bei 15 bis 20 Prozent aller Fischprodukte und der Pro- Kopf-Verzehr bei ungefähr zwei Kilogramm pro Jahr. Damit liegt der Hering auf Platz 4 der Liste der beliebtesten Speisefische.
Auch für die Freizeitfischerei hat der Hering eine große Bedeutung. Nach Abschätzungen des Thünen-Instituts für Ostseefischerei betragen die Heringsfänge der Freizeitangler an den deutschen Küsten der Ostsee jährlich rund 1.500 Tonnen.
„Der Fang von Heringen bietet der Bevölkerung in Deutschland über die Freizeitfischerei eine Möglichkeit Fische auf einfache Art und Weise für den Eigenbedarf zu fangen. In Zeiten der Covid-19-Pandemie mit eingeschränkter Reisetätigkeit und verstärkten Kontaktbeschränkungen suchen die Menschen auch verstärkt Erholung in der Natur im eigenen Land“, erklärt Dr. Christel Happach-Kasan, Präsidentin des Deutschen Angelfischerverbands e.V.
Obwohl es sich eigentlich um eine sehr häufige Fischart handelt, ist der Laicherbestand des frühjahrslaichenden Herings der westlichen Ostsee von 300.000 Tonnen in en 1990er Jahren auf 60.000 Tonnen im Jahr 2020 gesunken. Seit 2006 befindet sich der Hering außerhalb sicherer biologischer Grenzen, das heißt, seine erfolgreiche Fortpflanzung ist akut gefährdet. Seit 2019 empfiehlt der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) daher die Fischerei in der westlichen Ostsee vorübergehend einzustellen, um eine Erholung zu ermöglichen. Der zuständige Europäische Fischereirat hat die Fangquoten für die Berufsfischerei in den letzten Jahren abgesenkt, zuletzt im Oktober 2020 um 50 Prozent.
Neben der Fischerei gefährdet die klimawandelbedingte Erhöhung der Meerestemperatur den Fortpflanzungserfolg des Heringsbestandes in der westlichen Ostsee. Durch die hohen Temperaturen im Frühjahr schlüpfen die Larven bevor ausreichend Nahrung verfügbar ist – sie verhungern. Die hohen Nährstoffkonzentrationen in der Ostsee, maßgeblich durch die Düngung in der Landwirtschaft und über die Flüsse ins Meer gebracht, führen zu einem starken Wachstum einzelliger Algen und weniger Licht im Wasser. Größere Algen können daher nicht mehr wachsen und den Heringen fehlt in Folge das für die Fortpflanzung nötige Laichsubstrat. So hat zum Beispiel im Greifswalder Bodden, einem der wichtigsten Laichgebiete für den frühjahrslaichenden Hering, die Bedeckung des Meeresbodens mit höheren Wasserpflanzen auf etwa sieben Prozent der ursprünglichen Fläche abgenommen.

Hintergrund

Der Atlantische Hering ist eine Schwarmfischart mit silbrigem Schuppenkleid. Er kann eine maximale Länge von 45 Zentimetern und ein Gewicht bis zu einem Kilogramm erreichen, bleibt aber mit etwa 30 bis 35 Zentimetern und einem Gewicht von 120 bis 200 Gramm meist deutlich kleiner. Der Hering hat keine erkennbare Seitenlinie. Nur die ersten fünf Schuppen nach dem Kiemendeckel haben entsprechende Öffnungen. Entlang einer gedachten Seitenlinie befinden sich etwa 60 Schuppen. Zum Auffinden von Nahrung und zur Orientierung dient ein aus vier verknöcherten Röhren bestehendes Kopfkanal-System, das druckempfindliche Zellen aufweist. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zur ähnlichen Sprotte sind die hinter dem Beginn der Rückenflosse ansetzenden Bauchflossen.
Die westliche Verbreitungsgrenze des Atlantischen Herings liegt in den USA (South Carolina). Das Vorkommen erstreckt sich dann über das südliche Grönland und Island bis Spitzbergen und das russische Nowaja Semlja bis in die Ostsee und den Golf von Biskaya.
Heringsschwärme können mehrere Tausend Fische umfassen. Sie leben im Freiwasser der Meere und halten sich meist in Tiefen von 150 bis 350 Metern auf. Abends wandern sie zur Nahrungsaufnahme an die Oberfläche. Heringe fressen Zooplankton, das sie aktiv jagen, können aber bei entsprechendem Nahrungsangebot auch zu einer filtrierenden Nahrungsaufnahme übergehen.
Zum Laichen kommen einige Heringsbestände bis dicht an die Ufer in flache Wasserzonen. Dabei unternehmen sie teilweise weite Wanderungen zwischen ihren Fortpflanzungs- und Nahrungsgebieten. Unterschiedliche Bestände des Herings laichen zu unterschiedlichen Zeiten. Man unterscheidet Frühjahrs- und Herbstlaicher. In der Ostsee sind Heringe ausgesprochen salzgehaltstolerant und laichen noch im nördlichen Bottnischen Meerbusen bei einer Salinität von unter 2 PSU (Practical Salinity Units). Hier wachsen sie allerdings sehr langsam. In den meisten Fällen findet die Paarung der Heringe in flachen Wasserschichten statt. Rogner, die Weibchen, geben dabei zwischen 20.000 bis 50.000 Eier ab, die an Pflanzen als Substrat haften. Die Befruchtung durch die Männchen erfolgt anschließend. Eine Brutpflege wird nicht betrieben.

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Der Deutsche Angelfischerverband e.V. (DAFV)

Der Deutsche Angelfischerverband e.V. besteht aus 27 Landes- und Spezialverbänden mit ca. 9.000 Vereinen, in denen insgesamt rund 500.000 Mitglieder organisiert sind. Der DAFV ist der Dachverband der Angelfischer in Deutschland. Er ist gemeinnützig und anerkannter Naturschutz- und Umweltverband. Der Sitz des Verbandes ist Berlin. Er ist im Vereinsregister unter der Nummer 32480 B beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingetragen und arbeitet auf Grundlage seiner Satzung.

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